Henry Neuhauser gestaltet in Rostock einen romantischen Rosengarten mit maritimem Charakter
Rosen und Meeresluft – eine Kombination, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen will. Doch bei seinem erneuten Besuch stellt Henry Neuhauser in Rostock unter Beweis, dass auch die Königin der Blumen an der Küste prächtig gedeihen kann. Gemeinsam mit seinem Freund plant er die Anlage eines Rosenbogens, der den Gartenweg zum Highlight machen soll. Die Auswahl robuster, windresistenter Sorten ist dabei ebenso wichtig wie die richtige Pflanzung und Pflege. Das Projekt vereint Ästhetik mit praktischem Gärtnerwissen und soll zeigen, dass maritime Gärten und üppige Rosenblüte kein Widerspruch sein müssen.
Die Idee entstand bei einem Spaziergang entlang der Rostocker Küste. Zwischen Strandhafer und Sanddünen entdeckten die beiden Freunde verwilderte Heckenrosen, die trotz Wind und Salz prächtig blühten. Diese Beobachtung inspirierte sie: Wenn Wildrosen unter solchen Extrembedingungen überleben, müssen auch kultivierte Sorten mit den richtigen Voraussetzungen gedeihen können. Henry Neuhauser recherchierte daraufhin vor dem Besuch in Rostock intensiv über küstentaugliche Rosensorten und entwickelte einen Plan für einen Rosengarten, der den besonderen Bedingungen Rechnung trägt. Der geplante Rosenbogen soll künftig den Hauptweg durch den Garten überspannen – ein architektonisches Element, das nicht nur schön aussieht, sondern auch Struktur schafft. Die Wahl fiel auf robuste Kletterrosen, die mit Wind umgehen können und gleichzeitig üppig blühen. Mehrere Beetrosen sollen den Weg säumen und für Farbenpracht vom Frühsommer bis in den Herbst sorgen. Das Projekt erfordert sorgfältige Planung, denn Rosen haben spezifische Ansprüche, die im Küstenklima besondere Aufmerksamkeit verlangen.
Rosen an der Küste: Eine besondere Herausforderung
Warum Rosen als schwierig gelten
Rosen haben den Ruf, anspruchsvoll zu sein – und an der Küste potenzieren sich die Herausforderungen. Die salzhaltige Luft kann die Blätter schädigen, der starke Wind bricht lange Triebe ab, und die sandigen Böden bieten nicht die nährstoffreiche Grundlage, die Rosen normalerweise bevorzugen. Hinzu kommt die erhöhte Luftfeuchtigkeit, die Pilzkrankheiten wie Mehltau, Rosenrost und Sternrußtau begünstigt. Dennoch sind Rosen keine unmögliche Mission für Küstengärtner. Henry Neuhauser hat sich intensiv mit der Materie beschäftigt und festgestellt, dass vor allem die Sortenwahl entscheidend ist. Moderne Züchtungen kombinieren oft Robustheit mit Blütenfülle – Eigenschaften, die früher als unvereinbar galten. Besonders interessant sind historische Sorten und Strauchrosen, die von Natur aus widerstandsfähiger sind als die klassischen Edelrosen.
Die Entdeckung der Wildrose
Die verwilderten Heckenrosen, die Henry Neuhauser und sein Freund am Strand entdeckten, gehören zur Art Rosa rugosa – auch Kartoffelrose oder Dünenrose genannt. Diese aus Ostasien stammende Rose hat sich an vielen europäischen Küsten angesiedelt und ist perfekt an Wind, Salz und sandige Böden angepasst. Ihre Blüten sind zwar einfacher als bei Zuchtformen, dafür verströmen sie einen intensiven Duft und bilden im Herbst große, leuchtend rote Hagebutten.
Diese Beobachtung wurde zum Leitprinzip für das Rosenprojekt: Wenn die Natur zeigt, was funktioniert, sollte man darauf aufbauen. Rosa rugosa und ihre Hybriden wurden deshalb als Basis gewählt, ergänzt durch weitere robuste Sorten, die sich in Küstenregionen bewährt haben.
Der Plan für den Rosengarten
Standortwahl und Vorbereitung
Der erste Schritt bei jedem Rosenprojekt ist die Wahl des richtigen Standorts. Rosen brauchen mindestens sechs Stunden Sonne täglich, bevorzugen aber auch etwas Schutz vor der intensivsten Mittagssonne. In Rostock plant Henry Neuhauser den Rosengarten an einer Stelle, die durch die Hauswand und eine Hecke etwas windgeschützt ist, aber dennoch hell und luftig liegt.
Der Boden wurde gründlich vorbereitet. Sandige Küstenböden müssen für Rosen deutlich aufgewertet werden. Über Wochen hinweg arbeiteten die beiden Freunde große Mengen reifen Komposts, gut verrotteten Pferdemist und Tonmehl in den Boden ein. Tonmehl verbessert die Wasserspeicherfähigkeit, während der organische Dünger Nährstoffe liefert. Der pH-Wert wurde gemessen und mit Kalk auf einen leicht sauren bis neutralen Bereich von 6,5 bis 7,0 eingestellt – ideal für Rosen.
Der Rosenbogen als Herzstück
Das zentrale Element des Projekts ist ein stabiler Rosenbogen aus verzinktem Metall. Henry Neuhauser legte besonderen Wert auf Stabilität, denn an der Küste muss die Konstruktion Windlasten standhalten können. Der Bogen wurde tief im Boden verankert und zusätzlich mit Betonpfosten gesichert.
Die Wahl der Kletterrosen für den Bogen war ein längerer Prozess:
- ‚New Dawn‘: Eine robuste, öfterblühende Rose mit zartrosa Blüten und gutem Duft, gilt als nahezu unverwüstlich
- ‚Ghislaine de Féligonde‘: Apricotfarbene Blüten, die zu cremeweiß verblassen, sehr gesund und windverträglich
- ‚Rosarium Uetersen‘: Leuchtend pink, gefüllte Blüten, ausgezeichnete Winterhärte und Robustheit
- ‚Veilchenblau‘: Eine fast violette Kletterrose, selten und duftend, überraschend robust
Die Entscheidung fiel schließlich auf ‚New Dawn‘ und ‚Ghislaine de Féligonde‘ – eine Kombination aus zartrosa und apricot, die harmonisch wirkt und gleichzeitig maximale Robustheit bietet.
Begleitpflanzungen für maritime Atmosphäre
Ein Rosengarten lebt nicht nur von Rosen. Henry Neuhauser schlug seinem Freund vor, den Rosenbogen mit maritimen Begleitpflanzen zu rahmen, die die Küstenatmosphäre unterstreichen. Gräser wie Strandhafer (im Garten als Ziergras-Variante) oder Blauschwingel schaffen optische Verbindungen zur nahen Ostsee. Lavendel ist der klassische Rosenbegleiter – er passt farblich, blüht zeitgleich, lockt Bienen an und soll angeblich Blattläuse fernhalten.
Weitere Begleitpflanzen wurden sorgfältig ausgewählt: Katzenminze mit ihren blauen Blütenrispen, Frauenmantel, dessen gelb-grüne Blüten Rosen sanft einfassen, und verschiedene Allium-Sorten, die vor den Rosen blühen und für Frühsommerfarbe sorgen. Diese Kombination schafft ein stimmiges Gesamtbild, bei dem die Rosen zwar im Mittelpunkt stehen, aber eingebettet sind in eine natürlich wirkende Pflanzung.
Henry Neuhauser in Rostock: Die Pflanzung Schritt für Schritt
Der richtige Zeitpunkt
Rosen werden traditionell im Herbst gepflanzt – von Oktober bis November, solange der Boden nicht gefroren ist. In dieser Zeit können die Wurzeln noch anwachsen, bevor der Winter kommt, und die Pflanzen sind im Frühjahr deutlich vitaler. Eine Frühjahrspflanzung ab März ist ebenfalls möglich, erfordert aber intensivere Bewässerung im ersten Sommer. Henry Neuhauser und sein Freund entschieden sich für die Herbstpflanzung. Die Rosen wurden als wurzelnackte Ware bezogen – diese ist günstiger als Containerware und wächst oft besser an, da die Wurzeln sich ungehindert im Boden ausbreiten können.
Die Pflanzung im Detail
Die Technik beim Rosenpflanzen ist entscheidend für den späteren Erfolg. Jede Rose erhielt ein großzügiges Pflanzloch von mindestens 50 Zentimetern Durchmesser und Tiefe. Der Aushub wurde mit Kompost und Rosenerde gemischt, um optimale Startbedingungen zu schaffen.
Vor der Pflanzung wurden die Rosen gewässert – wurzelnackte Rosen sollten mehrere Stunden in einem Eimer mit Wasser stehen. Dann erfolgte ein Rückschnitt der Wurzeln: Beschädigte oder zu lange Wurzeln wurden eingekürzt, um buschiges Wurzelwachstum anzuregen. Auch die Triebe wurden auf etwa 20 Zentimeter zurückgeschnitten – ein radikaler Schnitt, der aber das Anwachsen fördert.
Die Veredlungsstelle – die Verdickung am Stamm, wo die Edelrose auf die Unterlage gepfropft wurde – muss etwa fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Das schützt sie vor Frost und fördert die Bildung eigener Wurzeln der Edelsorte. Nach der Pflanzung wurde gründlich angegossen und die Rosen angehäufelt – eine Erdschicht schützt die Triebe in den ersten Wochen vor Austrocknung.
Kletterrosen richtig anbinden
Die beiden Kletterrosen für den Rosenbogen erfordern besondere Aufmerksamkeit beim Anbinden. Rosen sind botanisch gesehen keine echten Kletterpflanzen – sie haben keine Ranken oder Haftwurzeln. Ihre langen Triebe müssen manuell am Gerüst befestigt werden. Henry Neuhauser verwendete dafür weiche Bindedrähte oder spezielle Rosenbinder, die die Triebe nicht einschnüren.
Wichtig ist die Erziehung in möglichst waagerechter Position. Rosentriebe, die senkrecht wachsen, bilden Blüten vor allem an der Spitze. Bindet man sie jedoch bogenförmig oder waagerecht, brechen Seitentriebe aus, die über die gesamte Länge Blüten bilden – so wird der Rosenbogen üppiger und dichter.
Pflege für gesunde, blühfreudige Rosen
Düngung nach Plan
Rosen sind Starkzehrer und benötigen regelmäßige Nährstoffgaben. Henry Neuhauser setzt auf organische Dünger, die langsam wirken und den Boden verbessern. Im Frühjahr, sobald die Forsythien blühen, erfolgt die erste Düngung mit einem speziellen Rosendünger oder reifem Kompost mit Hornspänen. Eine zweite Düngung nach der ersten Blüte im Juni unterstützt die Nachblüte. Ab August wird nicht mehr gedüngt, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können. Junge, unausgereifte Triebe würden erfrieren und die Rose schwächen. Stattdessen wird im Herbst eine Mulchschicht aus Laub oder Kompost aufgebracht, die gleichzeitig Winterschutz und Langzeitdünger ist.
Schnitt für Form und Gesundheit
Der Rosenschnitt ist für viele Hobbygärtner eine Wissenschaft, aber die Grundregeln sind einfach. Beetrosen werden im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten – auf etwa 20 bis 30 Zentimeter. Das fördert kräftigen Neuaustrieb und reiche Blüte. Kletterrosen werden zurückhaltender geschnitten: Nur alte, vergreiste oder kranke Triebe werden entfernt, die Haupttriebe bleiben erhalten.
Im Sommer erfolgt der sogenannte Sommerschnitt: Verblühtes wird regelmäßig entfernt, bis auf das erste voll ausgebildete Blatt mit fünf Fiederblättchen. Das regt die Bildung neuer Blüten an und hält die Rosen in Form. Bei seinem Besuch in Rostock zeigt Henry Neuhauser seinem Freund die richtige Schnitttechnik – scharfe, saubere Werkzeuge sind Pflicht, und der Schnitt erfolgt schräg über einem nach außen gerichteten Auge.
Krankheitsprävention im Küstenklima
Die hohe Luftfeuchtigkeit an der Küste begünstigt Pilzkrankheiten. Vorbeugen ist besser als heilen – deshalb achtet Neuhauser auf ausreichende Pflanzabstände, entfernt regelmäßig herabgefallenes Laub (das Pilzsporen trägt) und gießt nur im Wurzelbereich, nie über die Blätter. Als vorbeugende Maßnahme haben sich Schachtelhalmbrühe und Knoblauchtee bewährt. Diese pflanzlichen Stärkungsmittel werden regelmäßig gespritzt und erhöhen die Widerstandskraft der Rosen. Sollten dennoch Pilzkrankheiten auftreten, werden befallene Blätter sofort entfernt und im Hausmüll entsorgt – nicht auf dem Kompost, wo sich die Sporen weiter vermehren könnten.
Die Verbindung von Garten und Küste
Maritime Gestaltungselemente
Um den Rosengarten optisch mit der nahen Ostsee zu verbinden, integrierten die beiden Freunde maritime Elemente. Findlinge und größere Steine, wie sie am Ostseestrand zu finden sind, wurden als Beeteinfassungen verwendet. Treibholz dient als natürliche Dekoration zwischen den Rosen. Eine alte Bootsleine wurde kunstvoll um den Rosenbogen geschlungen – ein Detail, das sofort die Küstennähe signalisiert.
Auch die Farbgebung folgt maritimen Themen: Die rosa und apricotfarbenen Rosen werden ergänzt durch blaublühende Begleitpflanzen und silbrig-graues Laub – Farben, die an Himmel, Meer und Strandgut erinnern. Das Ergebnis ist ein Garten, der eindeutig zur Küstenregion gehört und dennoch die romantische Üppigkeit eines klassischen Rosengartens ausstrahlt.
Der Duft als verbindendes Element
Ein oft unterschätzter Aspekt von Rosen ist ihr Duft. Die ausgewählten Sorten verströmen intensive Aromen, die mit der salzigen Meeresluft eine besondere Kombination eingehen. Henry Neuhauser beschreibt es als „das Beste aus beiden Welten“ – die Frische des Meeres trifft auf die süße, komplexe Duftnote der Rosen. Besonders an windstillen Sommerabenden entfaltet sich dieser Duft im Garten und macht ihn zu einem Ort der Entspannung. Eine Bank unter dem Rosenbogen lädt zum Verweilen ein – hier lässt sich der Erfolg des Projekts am besten genießen.
Langfristige Perspektiven
Der Rosengarten als Prozess
Ein Rosengarten ist niemals fertig – er entwickelt sich Jahr für Jahr weiter. Die Kletterrosen brauchen drei bis vier Jahre, bis sie den Bogen komplett überwachsen haben. In dieser Zeit werden die Triebe kontinuierlich erzogen und gebunden. Die Beetrosen dagegen zeigen bereits im zweiten Jahr ihre volle Blütenpracht. Wenn Henry Neuhauser zukünftig in Rostock zu Besuch ist, wird er die Entwicklung des Gartens begleiten und bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Vielleicht werden weitere Rosen ergänzt, vielleicht zeigt sich, dass einzelne Sorten doch nicht optimal für den Standort sind und ersetzt werden müssen. Gartenarbeit ist ein fortwährender Lernprozess, bei dem Beobachtung und Anpassung wichtiger sind als starres Festhalten an Plänen.
Erweiterung des Konzepts
Die ersten Erfolge mit dem Rosenbogen haben bereits neue Ideen geweckt. Ein zweiter Rosenbogen könnte einen zusätzlichen Durchgang schaffen und die Gartenstruktur weiter betonen. Strauchrosen könnten als freistehende Solitäre Akzente setzen. Vielleicht entsteht sogar ein kleines Rosenlabyrinth – ein ambitioniertes, aber reizvolles Projekt für die kommenden Jahre.
Auch die Sammlung historischer Rosensorten könnte erweitert werden. Gallica-Rosen, Alba-Rosen und Moosrosen haben alle ihre eigenen Charakteristika und Geschichten. Jede neue Sorte ist eine Bereicherung und macht den Garten vielfältiger.
Wo Rosen und Meer sich treffen
Der Rosengarten in Rostock beweist eindrucksvoll, dass auch unter vermeintlich ungünstigen Bedingungen Gartenträume verwirklicht werden können. Mit der richtigen Sortenwahl, sorgfältiger Bodenvorbereitung und durchdachter Pflege gedeihen selbst anspruchsvolle Rosen in Küstennähe. Der Rosenbogen wird in wenigen Jahren zum Blickfang des Gartens und zu einem Ort der Ruhe und Schönheit. Die Kombination aus maritimer Atmosphäre und romantischer Rosenblüte schafft einen einzigartigen Charakter, der beide Welten harmonisch verbindet. Mit Leidenschaft und Fachwissen hat Henry Neuhauser in Rostock gemeinsam mit seinem Freund ein Projekt verwirklicht, das zeigt: Gärtnern bedeutet nicht, gegen die Natur zu arbeiten, sondern ihre Möglichkeiten kreativ zu nutzen.




